So, nun knabber ich schon die zweite Woche an der Gesellschaftsrechts Hausarbeit von Windbichler und hab wie immer bei Hausarbeiten das Gefühl, nicht schnell genug voranzukommen.
Schon vor einiger Zeit wurde mir von einem Freund (der gerade seine Diplomarbeit beackert) ein Tool empfohlen, dass die Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten erleichtern soll. Immer wieder in Vergessenheit geraten, habe ich das Anfang dieser Woche mal ausprobiert – und bin absolut begeistert.
Wie ja jeder weiß, läuft eine Hausarbeit in Sachen Quellen- und Wissensmanagement absolut chaotisch ab (so war/ist es jedenfalls immer bei mir). Tausend Notizzettel, Mindmaps und Dateien in denen sich Quellenzusammenfassungen, Meinungsstreits, erste Entwürfe und noch nicht gelesene Quellen tummeln sorgen dafür, dass man immer wieder den Überblick verliert und in regelmäßig wiederkehrenden Zeitabständen zwischen Resignation und Panik schwankt.
Mit Citavi kriegt man ein Tool an die Hand, mit dem man ein wenig Ordnung in dieses ganze Chaos kann:
Quellenmanagement
Man erstellt mit dem Programm ein Projekt, dass dann als Datenbank für Literatur / Quellen fungiert. In diese arbeitet man dann erstmal entsprechende Fundstellen ein. Dafür stehen vorgefertigte Datensätze zur Verfügung (Aufsätze, Zeitungsartikel, Gerichtsurteile, Autorenwerke etc. etc. etc.). Diese müssen dann eben nur mit den entsprechenden Informationen gefüttert werden, also bei Aufsätzen bsw. Autor, Titel, Zeitschriftname, Jahr, Heftnummer und Seitenzahl. Zusätzlich kann eine inhaltliche Zusammenfassung eingearbeitet werden (worum geht es?) und ein Review geschrieben werden (relevant/nicht relevant für Aufgabenstellung?). Die jeweilige Quelle kann man dann auch schon selbst erstellten Kategorien zuordnen (bsw. bei der Gesellschaftsrecht-HA: Vererbung von Gesellschaftsanteilen).
Sehr clever dabei: Lehrbücher, Kommentare etc. brauchen gar nicht mühseelig in die Datenbank eingehackt werden. Man gibt für den jeweiligen Datensatz einfach die ISBN ein und mit stehender Internetverbindung holt sich Citavi die relevanten Daten selbst aus dem Netz. Schon hat man alle Daten zu Autor, Titel, Auflage etc. in der Datenbank ohne sich die erst aus den Büchern rausschreiben zu müssen.
Zitate
Den einzelnen eingearbeiteten Quellen in der Datenbank können dann jeweils beliebig viele Zitate zugeordnet werden. Die für die Arbeit relevanten Zitate werden dann mit der entsprechenden Seitenzahl / § und Rn. versehen, abgetippt und kurz mit einem selbst gewählten Titel versehen (worum gehts?), sowie bei Bedarf wieder einer Kategorie zugeordnet.
Zu faul alle Zitate abzutippen? Meine Empfehlung: Digicam oder Handykamera zücken und relevante Stellen einfach abfotografieren. Mit Citavi können nämlich auch Zitate als Bildformat den Quellen zugeordnet werden: Ich fotografier also einfach für michfür die Aufgabenstellung relevant erscheinende Stellen aus der Quelle ab, kopier sie auf den Laptop und arbeite diese dann mit entsprechenden Fundstellendaten in die Datenbank ein. So kann ich im Idealfall später in Ruhe alle relevanten Zitatquellen auf einen Blick noch mal abrufen / nachlesen.
Wissensmanagement
Durch die Zuordnung von Fundstellen / Zitaten in selbst erstellte Kategorien oder durch die Unterfütterung mit Schlüsselwörtern sowie der Möglichkeit den Zitaten kurze inhaltliche Überschriften zu geben, kann man sich schnell alle eingearbeiteten Quellen zu einem bearbeiteten Problemkreis auf einen Blick anschauen. Durch die Suchfunktion findet man alles wieder – und es kann ständig kurz abgecheckt werden, ob eine gefundene Quelle schon gelesen / eingearbeitet wurde – BEVOR man sich die dicke NJW-Ausgabe rangekarrt hat und im Halbschlaf am Ende des Aufsatzes merkt, dass man das irgendwie alles schon mal gelesen hat.
Fazit
Ich will keine Hausarbeit mehr ohne dieses Programm schreiben. Ich bin ein Voll-Chaot und dieses Programm hilft mir sehr dabei, strukturierter zu arbeiten. Citavi hat noch weitaus mehr Funktionen (bsw. die sich in den Firefox oder PDF-Reader installierenden Picker, mit denen direkt aus Internetseiten oder PDF’s Quellen mit einem Klick integriert werden), aber das sollte sich jeder mal selbst anschauen.
Wenn man konsequent mit dem Programm arbeitet, kann man nach entsprechender Recherche-Vorarbeit und strukturierter Anlegung der Datenbank die Hausarbeit zum Großteil aus Citavi heraus schreiben.
Ein Haken hat die Sache allerdings: Das Gesamtwerk Citavi kann ohne gewisse Einschränkungen nur genutzt werden, wenn man sich das Programm kauft. Mit der Free-Version kann man bsw. pro erstelltem Projekt nur 100 Quellen einarbeiten (allerdings jeweils mit unbegrenzter Anzahl an Zitaten). Das sollte aber für eine juristische Hausarbeit absolut ausreichend sein, weil ja bsw. Kommentare trotz gefühlter unendlicher Zitate in einer HA in Citavi als Quelle nur einen Platz in der Datenbank belegen. Ansonsten kann man ja notfalls immer noch mehrere Projekte für verschiedene Problemkreise in der Aufgabenstellung anlegen und kommt damit mit der Free-Version erst mal gut aus. Oder man greift eben mal tief in die Tasche für ein wirklich sehr, sehr hilfreiches und gelungenes Programm. Sollte ich jemals in den Genuss einer Doktorarbeit kommen, werde ich mir das auf jeden Fall gönnen! ![]()
Ach – fast vergessen: Hier kann man das jute Stück Software runterladen.
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Ja, sehr schönes Programm
Hi,
durch Zufall dieses blog gefunden. Vielen Dank für die Artikel sie sind gerade sehr hilfreich und beruhigend.
Ich schreibe derzeit die Hausarbeit und befinde mich in einem planlosen Chaos des Themas.
Gruß coffi
Hi Coffi,
freut mich, dass dir die Artikel weiterhelfen konnten oder dich zumindest beruhigt haben. Das ist Sinn der Sache.
Komme momentan nur nicht besonders viel zum Schreiben..
Ansonsten: Du hast Post.
Hey bin auch total begeistert von Citavi und nutz es auch gerade für eine HA in Arbeitsrecht. Kleiner Tip die meisten Unis haben eine Campus Lizenz musst mal bei Citavi auf der HP nachschauen dann bekommst du´s in Vollversion umsonst.